Diskussion:Glühlampe verbieten ?

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[Bearbeiten] Diese Anmerkungen erreichten mich per Email

Originaltext eingesetzt von HJ

Guten Morgen Hans-J.

Danke für Dein Email.

Ich habe mich mit den einzelnen Paragrafen des Glühlampenverbotes nicht befasst. Aus technischer Sicht bin ich aber ganz klar für das Verbot, wenn man es auch nicht zu stur anwenden sollte. Jedoch bin ich auch für einfache Regeln, die jeder versteht. Wir wollen ja nicht eine Bürokratie für die Ausnahmen, was ja weitere Blindkosten bedeuten würde.

Es ist auch nicht so, dass von heute auf morgen alle Glühlampen verschwinden. Sie verschwinden nur aus dem Verkaufsregal. Das wichtigste wären aber die Halogenstrahler, die zum Teil mehrere hundert Watt haben und nur gegen die Decke strahlen. Das sind die grössten Stromfresser.

Eine Grundannahme auf Deiner Homepage ist total falsch: Elektronik altert nicht so schnell, wie Du angibst. Es kann schon sein, dass eine 10-jährige Sparlampe nicht mehr funktioniert, obwohl noch nie benutzt. Ich habe mal bei einer Aktion eine gratis bekommen. Die hat keine Sekunde funktioniert. Das ist aber alles schlampige Arbeit und billigste Fertigung und hat mit dem Prinzip Sparlampe nichts zu tun. Elektronik kann bei guter Qualität auch 100 Jahre funktionieren. Ich habe verschiedene elektronische Geräte in meinem Haushalt, die sind zum Teil schon 30 jährig und gehen immer noch.

Ein weiterer Irrtum: Das Dimmen der Glühlampen spart wenig Strom. Durch das herunterdimmen wird nur der Wirkungsgrad massiv reduziert. Von sehr schlecht auf unglaublich schlecht. Du kannst ja mal eine gedimmte Lampe anfassen. Die ist immer noch sehr heiss.

Auf meiner Homepage habe ich ja dargestellt, wieviel Atomkraftwerke man einsparen könnte. Ich könnte es nicht verantworten, dieses Potential nicht auszuschöpfen.

Man kann nicht gegen alles und jeden sein, nur weil die Industrie auch ein Interesse an einer Umstellung hat. Nicht alles was rentiert ist automatisch auch schlecht.


Die Blindkosten liegen bei der Glühlampe selber. Sie verbraucht 95% des Stromes (den wir bezahlen), um Wärme statt Licht zu erzeugen.

Das schlechteste an der Sparlampe ist das benötigte Quecksilber. Es hat aber auch noch andere wertvolle Stoffe in der Lampe, wie Kupfer. Ein Recycling ist daher MUSS. Allerdings muss man sogar dieses relativieren. Unsere Kehrrichtverbrennung in der Region hat ein so ausgeklügeltes Reinigungssystem der Abgase UND der Asche, dass sie anschliessend verschieden Rohstoffe (Zink/Quelsilber, etc.) verkaufen können.


Blindkosten sind auch, wenn man sich mit den falschen Dingen zu sehr beschäftigt. Deshalb möchte ich keine Zeit dafür aufwenden, das oben beschriebene so aufzubereiten, dass ich es auf Deine Homepage stellen könnte. Ich betrachte die Probleme unserer Gesellschaft zuerst aus der Vogelperspektive. Dann suche ich die grossen Brocken (Energie, Umwelt, Geldsystem). Da wird schnell klar, dass die Glühlampe nur eins unter vielen Themen ist. Selbstverständlich nützt es auch nicht, wenn man nur über grosse Dinge schön daher redet. Man muss auch konkret etwas tun. Damit man das Richtige tut, muss man sich mit dem Detail beschäftigen. Das machst Du mit Deiner Glühlampenstudie. Das finde ich auch toll und wichtig. Nur hoffe ich, dass Du zu noch etwas mehr Objektivität findest.


Mit besten Grüssen Josef Brusa


Kommentar von --HJ 10:52, 12. Mär. 2009 (UTC)

Hallo Josef,

besten Dank für Deine kritisch konstruktiven Anmerkungen.

Ich werde die Informationen mit anderen Quellen abgleichen und meine Seite ggf. anpassen.

Die Sache mit der längeren Laufzeit bei wenig Benutzung werde ich weiter verfolgen. Vielleicht kannst Du mit einer wissenschaftlich anerkannten Quelle aushelfen.

Danke. ---- Gruß Hans.-J. Schubert ---- --HJ 13:56, 15. Mär. 2009 (UTC)


[Bearbeiten] Weitere Kommentare .....

Erstmal Danke für Ihr Bemühen, die Diskussion zum Thema Energiesparlampen/Glühbirnen auf rationaler Ebene unter Verwendung von Zahlen zu betrachten. Nach Durchsicht von vielen Kommentaren muss ich feststellen: Das ist die Ausnahme (Highlights: „Schon der Ausdruck Energiesparlampe ist unzutreffend, denn es wird keine Energie eingespart - allenfalls Strom“. Oder: „Für das Weltklima sind meine wenigen Lesestunden à 60 Watt keine Belastung, zumal ich in dieser Zeit auf Fernsehen (1000 Watt) verzichte“).

Ein Problem habe ich aber: In Ihrer Rechnung geht als wesentlicher Faktor ein, dass eine Glühbirne im Jahr 100 Stunden (ca 15 Minuten am Tag??) betrieben wird. Ihre Annahmen: 20 Stück GB mit 25 Watt, Verbrauch pro Jahr 50 kWh. Ich würde das eher so ansetzen: Pro Haushalt 4000 kWh (meine Stromrechnung) und davon rund 10% für die Beleuchtung, also 400 kWh. Faktor 10 Unterschied!

Ich möchte vorausschicken: Für eine 25 Watt Funzel, die 100 Stunden im Jahr betrieben wird (macht pro Jahr 2,5 kWh = 50 Cent), würde ich auch keine ESL anschaffen, lohnt sich nicht. Das ist bei mir die Situation im Keller und am Dachboden.

Interessant wird es aber an Stellen, wo grosse Räume lange Zeit beleuchtet werden. Das sind zB Wohnzimmer, Küche, Kinderzimmer und besonders der Gang vor den Kinderzimmern (in diesem speziellen Fall 10 h pro Nacht) usw.

Da macht die ESL dann echt Sinn. Durchschnittlich leuchten diese Lampen ca 2-3 Stunden am Tag, sprich rund 1000 Stunden im Jahr.

Daraus folgt: Die Einsparung im Haushalt gibt es schon nach ca einem Jahr. Das ist phantastisch! Wissen Sie, wann sich Photovoltaik oder Solarthermie lohnt (bei einem angenommenen Zins von 5%)? Die Investoren rechnen schon mal mit 15 Jahren. Und dann kippt auch Ihre Quecksilber-Bilanz, weil die ESL locker die 2400 Stunden erreicht bevor sie ausgewechselt werden muss..

Für die Keller und Dachböden haben wir in wenigen Jahren LED-Funzeln mit einigen Watt Verbrauch. Zum Spass hab ich mir ein solches Teil kürzlich gekauft (1,2 Watt). Das bringt´s im Moment nicht wirklich – zu leuchtschwach. Die Jungs brauchen noch ein paar Jahre. Aber die kriegen es hin, keine Zweifel.

Meine Meinung: Der private Verbraucher soll zumindest dort ESL einsetzen, wo Leuchtmittel mit hoher Leistung (sprich Glühbirnen mit 100 und 75 W) im Durchschnitt mehr als eine Stunde am Tag eingesetzt werden. Im Keller kann man noch die Glühbirne lassen, in wenigen Jahren gibt es dafür neue stromsparende Leuchtmittel.