Glühlampe verbieten ?
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Die EU will Glühlampen vollständig vom Markt nehmen
Wirksamkeit für den Energieeinsatz und Konsequenzen für die privaten Haushalte. (Links zu den Rechercheseiten)
Verdacht
Indizien: Die Pressemeldungen zum Glühlampenverbot überschlugen sich in den letzten Tagen vor der EU-Entscheidung. Skeptiker fanden keine Hinweise auf neutrale Gutachten. Die in "Berlin" angeregte Entscheidung durch das EU-Parlament hätte Aufschub zur Klärung des Sachverhalts gebracht. Wurde abgeschmettert. - Sehr misteriös.
Schadensausblick: Wenn zum Beispiel die Fa. Siemens/Osram von 3,5 Milliarden auszuwechselnder Glühlampen in Europa spricht, dann stehen etwa 28 Milliarden Euro als Umsatz auf dem Spiel. Die Preise für Energiesparlampen werden nach einem Glühlampenverbot sicher nicht sinken. - Sollten das alles Blindkosten sein ?
Ermittlung und Ergebnisse
Die EuP-Richtlinie 2005/32/EG zum Verbot des Glühlampenverkaufes ist mittlerweile in Brüssel verabschiedet. Den im Regelungsausschuss beschlossenen Entwurf für das Glühlampenverbot finden Sie hier.
Fakten und Beispiele zum Glühlampenverbot. Die Links zu den Rechercheseiten finden Sie hier.
- Elektronische Geräte ziehen nach ca. 10 Jahren ihre Funktionsfähigkeit zurück, auch wenn sie nicht benutzt werden. Mit Sicherheit auch die Energiesparlampe.
- In den Haushalten ist die Energiesparlampe an den sog. Vielbrennstellen (Küche, Wohnzimmer, Flur) meist schon vorhanden. Die Industrie spricht von ca. 20%. Die restlichen 80% der Glühlampen arbeiten meist in untergeordneter Position. (weniger als 80 Brennstunden pro Jahr)
- Beispiel: Eine Energiesparlampe im Keller brennt ca. 10 Stunden im Jahr. Die versprochene Einsparung liefert die Lampe erst nach 1000 Jahren. Vorher will sie aber wegen Funktionsaufgabe ca. 100 mal erneuert werden. Kein gutes Geschäft. Die Grafik rechts zeigt die tatsächlichen Einsparungen bei verschiedenen Betriebszeiten. Schade das diese Überlegungen bisher nirgends zu finden waren. Könnten sie etwa das Geschäft verderben ?
- Aus diesen Überlegungen lässt sich die Situation berechnen und als Diagramm darstellen. Die Ergebnisse sind:
- Einsparungen für die Haushalte gibt es erst oberhalb von 200 Betriebsstunden im Jahr.
- Primärenergie lässt sich danach nicht einsparen. Der Neutralpunkt der Linien 3 und 4 liegt bei 100 Betriebstunden im Jahr. Wenn die Energiesparlampen jedoch in China hergestellt und der Strom in Deutschland eingespart wird, ergibt sich ein rein monetärer Sinn. Hier spielt sicher der Emissionsrechtehandel eine entscheidende Rolle. Fabriken in China z.B. benötigen einen verhältnismäßig höheren Energiebedarf als in Deutschland. Es soll der Faktor 10 sein. Dies scheint jedoch zu hoch. Selbst der Faktor 2 würde zu einem weltweiten Energieloch mit allen Folgen für die Umwelt führen.
- Die 3,5 Milliarden in Europa erwarteten Energiesparlampen würden dann weltweit jährlich ca. 18 Terrawattstunden (TWh) mehr Primärenergie verbrauchen. Das wären immerhin ca. 0,5 Prozent des Verbrauches in Europa. (Diese Zahlen gilt es noch zu erhärten. Siehe Abschnitt Diskussion.)
- Die Quecksilberbilanz spricht nicht wie in den Medien behauptet für die Energiesparlampe. Aus der Quecksilber-Recherche geht eine Zusatzbelastung von 140%, bzw. 14 Tonnen Quecksilber hervor.
- Die Glühlampe schafft mit warmem Licht eine entspannte Atmosphäre in den Räumen. Noch besser, wenn sie stromsparend gedimmt wird. (Lagerfeuer, Kaminfeuer)
- Die Energiesparlampe kann zwar heute schon Licht im sog. warmen Bereich erzeugen, erreicht aber schon gefühlsmäßig nicht die von der Glühlampe ausgehende entspannte Atmosphäre. Der Grund dafür liegt im zerhakten Spektrum. Siehe nebenstehende Grafik. (Ich hoffe noch auf ein besseres Bild)
- Dass viele Menschen das "unwirkliche" und mitunter als flackernd empfundene Licht der Energiesparlampe nicht unangenehm empfinden, könnte an der bereits fortgeschritten Sinnesabstumpfung durch Berufsbeleuchtung und Blitzlichtgewitter in Diskotheken liegen. Ein Grund mehr, den Sinnen Entspannung zu gönnen. Die Langzeitwirkungen auf die Gesundheit kennt sicher noch keiner.
- Gesundheitsrisiken scheint das Glühlampenverbot ohnehin nicht zu berücksichtigen. Siehe das Plädoyer für die Glühlampe.
- Der Anfangslichtstrom einer Energiesparlampe liegt in den ersten zwei Minuten bei ca. 50%. Daher ist dieses Leuchtmittel für kurze Einschaltzeiten nur bedingt tauglich.
Vorläufige Wertung
Vorläufige Wertung, weil die Diskussion ggf. andere Ergebnisse zutage fördert.
Meine Meinung aus den Ergebnissen: Das Glühlampenverbot belastet jeden privaten Haushalt in den nächsten Jahren mit ca. 120 Euro. Das sind in Europa ca. 20 Milliarden Euro. Eine Einsparung an Primärenergie ist nicht nachzuweisen. Wie es aussieht, werden die Verbraucher nur mit der halben Wahrheit gefüttert um an die Maximaleinsparungen zu glauben. Bleibt als begründete Vermutung, dass die EU-Kommissare sich von den Wirtschaftslobbyisten einwickeln ließen. Was sonst ?
Die Quasi-Entscheidungsfreiheit der Verbraucher führte in der Zwischenzeit zu 20% Energiesparlampen in den Haushalten. Sicher versauert sogar schon die eine oder andere dieser Lampen im Keller. Klären wir doch die Verbraucher richtig auf und lassen sie selbst entscheiden. Mehr Energieeinsparung kann es nicht geben.
Warum nicht gleich per Gesetz alle Wohnungen weiß anstreichen lassen. Die Lichtausbeute steigt bis zum Dreifachen. Energiesparlampen sind dann natürlich sofort in Exemplare mit kleinerer Leistung auszuwechseln. Wegen der Gemütlichkeit und der Wärme wird für die Möbel anstelle von weiß auch die sog. Heizkörperfarbe RAL 9010 zugelassen. Über die vorzuschreibenden hellen Bekleidungsfarben debattieren zur Zeit noch die EU-Kommissare. Gebräunte Haut ist natürlich auch verboten. Wände und Fußböden sind alle 2 Jahre neu zu weißen. - Kleiner Scherz aber bei der Regulierungswut der EU durchaus denkbar.
Petition zum Erhalt der Glühlampe
Diskussion
Noch offene Fragen. Helfen Sie bei der Beantwortung dieser Fragen mit Fakten und Quellenangaben, auch dann, wenn die Glühlampe dabei ins Hintertreffen geraten sollte.
- Gibt es offizielle Gutachten, welche die Einsparungen in den Haushalten und der Primär-Energie belegen ?
- Kennen Sie Quellen, aus der die Herstellungsenergie von Glühlampen, Energiesparlampen oder ähnlicher Bauteile hervorgehen ? In der Berechnungstabelle verwendeten wir mangels besserer Informationen einen Wert aus der Diskussion zur grauen Energie. Dieser Wert sollte nicht ohne Widerspruch bleiben.
- Die Lebensdauer der Leuchtmittel - wenn sie nicht oder nur wenig benutzt werden - ist ebenfalls noch unsicher. Geschätzt bei der Glühlampe 20 Jahre und bei der Energiesparlampe 10 Jahre. (Elektronische Systeme ziehen im Mittel nach ca. 10 Jahren ihre Funktion zurück)
- Gibt es Untersuchungen über die mittlere Einschaltdauer von Leuchten in Haushaltungen ? Die verwendeten Werte wurden nach eigenen Erfahrungen geschätzt.
- Ein Diagramm für die Lichtstromentwicklung einer Energiesparlampe in den ersten Minuten nach dem Kalt-Einschalten fehlt auch noch.
Ausblick
Sollten sich die Ergebnisse in der Tendenz bestätigen, so wären Maßnahmen zur Blindkostenverhinderung angebracht. Vorschläge erwünscht.
--HJ 19:27, 24. Feb. 2009 (UTC)
