Machiavelli
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Niccolò Machiavelli schrieb sein Werk - Der Fürst - vor ca. 500 Jahren. Damit machte er das Amigo-Prinzip aktenkundig.
Noch Heute gilt das Buch als "heimliche Pflichtlektüre für Führungskräfte". Es liegt immer noch aktuell in dreizehn Ausgaben im Buchhandel vor. (siehe nebenstehende Grafik "Der Fürst")
Eine Volltextausgabe seines Werkes finden Sie hier. Das Buch gibt aus der Kenntnis der bis damals bekannten Geschichte heraus eine Anleitung zur Machtexpansion. Sein damaliger Titel war "Anleitung zur Einigung Italiens".
Machiavelli lebte in Florenz und schrieb dieses Buch, um seinem Fürsten Lorenzo II. de’ Medici die Rückkehr in seine früheren Ämter als quasi "Außen- und Verteidigungsminister" nahezulegen. Lorenzo missfiel das Buch. Machiavelli wurde nicht wieder Minister. Dafür erreichte das Buch unter dem Namen "Der Fürst" Weltgeltung. Die Einigung Italiens ließ noch lange auf sich warten.
"Der Fürst" als Buch ist heute umstritten. Die Anleitungen von Machiavelli sind teilweise äußerst blutrünstig. Gerade dann muß man es zum eigenen Schutz lesen.
Ich hatte das Glück, eine heute nicht mehr greifbare Reclam-Ausgabe (gelbes Heft) zu lesen. Es war als Frage- und Antwortspiel ausgeführt. (Fürst fragt, Machiavelli antwortet) Hier einige bemerkenswerten Passagen. (Frei interpretiert)
- Das Mittel zur Einigung Italiens war Kriegführung und Unterwerfung. .... Ist dies nicht heute noch die Strategie z.B. aller Firmen, die sich global ausbreiten ?
- Frage: "Was mache ich mit dem Herrscher eines unterworfenen Landes ?". - Antwort: "Kopf ab für die gesamte Sippe. Ein übriggebliebenes Familienmitglied kann Dich noch nach Jahren wieder aus dem Land werfen. Die Vasallen (heute Mittelmanagement) können bleiben. Sie hängen die Fahne ohnehin in den Wind." .... Ähnlich verfährt man heute mit den Führungskräften einer übernommenen Firma.
Die für Blindkosten interessanteste Stelle ist diese.
- Frage: "Was mache ich mit meinem Geld ?" - Antwort: "Du hast zwei Sorten von Geld." (Kapitel 16 der Volltextausgabe)
- "Die Steuern Deiner Untertanen. Dieses Geld verwende für Dein Schloss, Dein Heer und lege einen Teil davon auf die Hohe Kante. Gebe niemals Geld zurück, auch wenn die Einzelbedürftigkeit noch so groß ist. Gibst Du es doch, so verfügst Du fortan über ein Volk von Bedürftigen." .... Er hatte nicht ganz unrecht. Die Bedürftigenexplosion in der heutigen Gesellschaft scheint keine Grenzen zu finden.
- "Die Beute aus Deinen Kriegszügen. Dieses Geld behalte niemals für Dich, sondern gib es mit vollen Händen an die Helfer für die Kriegszüge weiter." .... Das heißt: "Schaffe Dir Freunde mit dem Geld anderer Leute." - Lobbyisten und Karrieristen leben nach diesem Prinzip.
Hier spiegelt sich das Amigo-Prinzip. Politiker, Manager, Banker, Planer usw. verfügen über das Geld anderer Leute. Ich bin sicher, dass dieser Missbrauch heute weit mehr Blindkosten verursacht als alle Kriminalität einschließlich der Korruption.
Links zum Thema
- Ökologisch-industrieller Komplex: Die Allparteien-Koalition grüner Amigos Hintergrundinformationen zur ideologisch getarnten Umweltindustrie.
