Manager-Gehälter
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Verdacht
Indizien: Pressemeldung über abzockende Manager überfluten uns. Politiker nutzen die Trittbretter um sich zu profilieren. Die Zahl der Verdächtigungen und Dementis ohne einleuchtende Erklärungen ist gewaltig.
Schadensausblick: Unabhängig von seinem Salär kann ein Manager fast unkontrolliert Schäden anrichten, die sein Unternehmen in den Ruin treiben.
Genügend Indizien, um Blindkosten für jeden von uns zu vermuten.
Geschichtliches
Deutschlandfunk 2009: Die Paten der Sozialen Marktwirtschaft.
- Originaltext aus der Rede von Willy Brandt ca. 1972: "Wir müssen die Kuh melken … für 'ne ganze Menge der Dinge, die wir uns vorgenommen haben. Das heißt, die Kuh muss in guter Verfassung gehalten werden… und was noch wichtiger ist, wir müssen dafür sorgen, dass sie auf der Weide oder im Stall bleibt ... und nicht woanders landet. Das ist der Punkt."
Viele Bundesbürger (Unternehmer wie Arbeitnehmer und besonders Journalisten) werteten diese und ähnliche Sprüche als Kampfansage an Unternehmer. Die kommenden 30 Jahre waren geprägt durch einen beispiellosen Ansehenverlust für alle Selbstständigen. (Leider habe ich im Internet keinen Artikel aus dieser Zeit gefunden. Helfen Sie uns bitte.)
- Als dann etwa mit der Wiedervereinigung die so genannten Heuschrecken kamen, standen vielen mittelständige Unternehmer der gesellschaftliche Niedergang der vergangenen Jahrzehnte vor Augen und sie verkauften. - Nach mir die Sintflut.
- Selbstverständlich achten bodenständige Unternehmer auf Nachhaltigkeit. Manager, die in den wenigen Jahren ihr "Schäfchen ins trockene bringen wollen" puschen den Gewinn auf Kosten der Überlebensfähigkeit. - Nach mir die Sintflut.
Ausblick
Leider werden diese Hintergründe bei der Diskussion um die Zukunft der Managergehälter zu wenig gewürdigt. Die Gehälter selbst verursachen nur wenig Schaden, dafür aber mehr Neid. Falsch sind die Rahmenbedingungen, in den sich nachhaltige Unternehmenspolitik durchsetzen kann.
Die Rahmenbedingungen sind durch die Weltanschauung der 68er-Bewegung geprägt. Man muss nicht zu den ewig Gestrigen zählen um den Korrekturbedarf zu erkennen. Hier zunächst einige Stichworte.
- Stellung der Leistungsträger in der Gesellschaft. Anstrengung für den Aufstieg lohnt allein wegen der Steuerprogression kaum noch. Wir leben schon längst in einer 3-Klassen-Gesellschaft mit geringer Durchlässigkeit und verlieren damit die erforderliche Motivation.
- Die Ausgestoßenen (z.B. Hartz-4). Die meisten haben die Hoffnung schon aufgegeben und versuchen nur noch alles mitzunehmen was es so gibt.
- Die Steckengebliebenen (das sind die meisten). Sie versuchen krampfhaft ihren Status Quo zu erhalten und verzehren sich in Angst vor einem Abstieg.
- Die scheinbaren Überflieger, wenn sie an den Geldtöpfen sitzen. Sie raffen alles an sich, denn sie wissen nicht was kommt. Überflieger besitzen seltener besondere Fähigkeiten. Die meisten sind durch günstige Umstände nach oben geschwemmt worden.
- Erziehung und Ausbildung der Kinder. Es fehlt die Motivation. Kinder haben vermehrt Angst, erwachsen zu werden.
- Kinderarmut in Deutschland mit allen Folgen. Die Rentenkrise ist nur ein Thema dabei.
- Sicherheitsbedürfnisse statt Beliebigkeit in den menschlichen Bindungen.
Diskussion und weitere Vorschlage erwünscht.
--HJ 10:23, 22. Mär. 2009 (UTC)
